Geschichte des UNITAS-Verbandes
Der UNITAS-Verband (UV) ist im Gegensatz zu den anderen deutschen Korporationsverbänden ein Einheitsverband mit einer gemeinsamen Verfassung für alle Aktive und Alte Herren. Der UV wurde 1855 als Zusammenschluss theologischer
Sudentenvereine gegründet, deren ältester, die Rhurania, 1847 entstanden war. Der UV stand zunächst nur für Theologen offen, aber seit 1887 wurden auch Studenten anderer Fakultäten aufgenommen. 1924 kam es zu einem Streit zwischen einigen Vereinen über die Frage des Farbentragens. In der Folge traten die Vereine, die das Farbentragen durchsetzen wollten, aus und gründeten den RKDB. Unter der NS-Herrschaft musste man 1934 das Katholizitätsprinzip aufgeben. 1938 folgte das Verbot und die Auflösung.
Nach der Wiederbegründung 1948 wuchs die Anzahl der Mitglieder wieder rasch an: 1955 hatte der UV bereits in 55 Vereinen 1500 Aktive und 5000 Alte Herren. 1968 wurden etliche UNITAS-Vereine aufgelöst. 1994 umfasste der UV 46 Vereine mit insgesamt 9000 Mitgliedern und 800 Aktiven.
Als Gründer des UV wird Hermann Ludger Potthoff bezeichnet. Dieser trat im Wintersemester 1852/53 in die Rhurania ein und wurde bereits im Sommersemester 1853 zum Präses (damalige Bezeichnung für Senior) gewählt. Zu seinen wesentlichen Errungenschaften gehören die Würdigung des Prinzips scientia: Er führte einen wöchentlichen Vortrag ein, der frei gehalten werden musste. Jedes Mitglied sollte mindestens einmal pro Semester eine schriftliche Arbeit einreichen. Auch der Name "UNITAS" und die dahinterstehenden Gedanken der Einheit im Glauben, in der Wissenschaft und in der Freundschaft gehen auf die Anfangszeit unter Potthoff zurück. Unter seinem Vorsitz wurden im Wintersemester 1853/54 die ältesten Statuten der UNITAS verabschiedet. Eine davon beinhaltet das Verständnis der amicitia als lebenslangen Freundschaftsbund und nicht als Freundeskreis für die Studienzeit. Auf seinen Antrag hin wurde auf der Generalversammlung (GV) 1887 die Herausgabe eines "Vereinsorgans für die Mitglieder der klerikalen und akademischen UNITAS" beschlossen und er wurde mit der Schriftleitung betraut. Obwohl er nicht Mitglied der ersten Stunde war, ist nach all diesen seinen Errungenschaften klar, warum er Gründer der UNITAS genannt wird.
Geschichte der UNITAS Trebeta
Rückgrat der UNITAS Trier war und ist der 1912/13 gegründete Altherrenzirkel (AHZ), der 1914, 1966 und 1981 die Generalversammlung (GV) organisierte. In dem Streit um das Farbentragen fanden sich 1924 in Trier mehr Mitglieder, die das Farbentragen befürworteten und in der Folge kam es zur Spaltung des AHZ. Der sich abspaltende Teil begründete den Ring katholischer deutscher Burschenschaften (RKDB).
Am 6. Juni 1957 wurde die UNITAS Trier als reine Theologenverbindung gegründet. Nach der Aufnahme in den UV wurde die Gründung am 9. Juni 1960 publiziert. Wegen des weitgehenden damaligen Ausgangsverbots am Priesterseminar und des rein theologischen Charakters dieser Verbindung kam es am 17. Januar 1961 zur Gründung der UNITAS Constantin durch Studenten der Pädagogischen Hochschule.
Infolge der Auflösung der PH, der Neugründung der Universität Trier sowie Veränderungen am Priesterseminar wurde die UNITAS Constantin suspendiert.
1964 benannte sich die noch vorhandene UNITAS Trier in UNITAS Eberhard um. Den Namen Trebeta bekam die UNITAS 1977. Doch schon 1983 musste aufgrund des Mitgliederschwundes auch die UNITAS Trebeta suspendiert werden.
Dem Engagement des AHZ Trier und einzelner ehemaliger Aktiver sowie der Unterstützung der Verbandsgeschäftsstelle ist es zu verdanken, dass 1986 die UNITAS Trebeta wiederbegründet werden konnte. In dem Wissen, dass der Verein mit einem eigenen Haus leichter Mitglieder anziehen kann, wurde gleichzeitig der Hausbauverein gegründet. Die Einweihung des Hauses fand 1992 statt.
Anlässlich der Gründung der UNITAS Trebeta vor 50 Jahren wurde die 130. Generalversammlung des UNITAS-Verbandes 2007 in Trier veranstaltet. Die GV fand damit zum vierten Mal in Trier statt und wurde durch die gemeinsamen Anstrengungen von Aktiven und Alten Herren zu einer hervorragenden Veranstaltung.